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Ruanda-Projekt

Zur Situation

In Nyange, Sektor Nyange, Distrikt Ngororero, Westprovinz von Ruanda gibt es eine Gruppe von 40 Frauen, die von dem o.a. Projekt betreut werden.Der Großteil dieser Frauen ist HIV-infiziert und Witwen. Dabei handelt es sich noch immer um die Folgen des Völkermordes von 1994, bei dem innerhalb von drei Monaten rund 1 Million Menschen bestialisch getötet und noch mehr Menschen verletzt wurden. Viele dieser Verletzungen haben langfristige Folgen, da beispielsweise häufig Menschen verstümmelt wurden. Zudem hat dieser Völkermord große Flüchtlingsströme verursacht, die betroffenen Menschen haben durch ihre Flucht all ihr Hab und Gut verloren und mussten anschließend ihr Leben vollständig neu beginnen.

Die vom Projekt betreuten Frauen gehören zu den Ärmsten der Armen in Ruanda, wodurch ihr Gesundheitszustand beeinflusst wird, wobei jedoch auch die wirtschaftliche Situation dieser Frauen zu wünschen übrig lässt. Sie sind nicht in der Lage, den Lebensunterhalt für sie selbst und für ihre Kinder sicher zu stellen. Aus
diesem Grund können häufig ihre Kinder nicht zur Schule gehen, da die Frauen sich nicht die Schulmaterialien, Schuluniform etc. leisten können. Viele andere Kinder müssen außerdem arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Es fehlt erst recht an finanziellen Mitteln, um kleinere Investitionen zu tätigen, die nachhaltig das Einkommen der Familien sicherstellen kann. Hinzu kommt, dass sowohl die Frauen als auch die Kinder keine Krankenversicherung besitzen, die eine

medizinische Basis-Versorgung sicherstellen könnte. So sind viele Kinder fehl- und/oder mangelernährt. Aufgrund dieser Ausgangssituation haben wir uns entschieden, die Spende des Lions-Clubs Varel in Höhe von EUR 2.500,-- für Schulmaterialien für die Kinder als auch für die Anschaffung von Schweinen für die Frauen zu verwenden, um hiermit eine Basis für zukünftiges Einkommen zu schaffen.

Budget und damit finanzierte Aktivitäten

Erste Priorität bei der Entscheidung für die Verwendung des erhaltenen Betrages war, ein Einkommen für die betreuten Frauen zu schaffen, die auf Sicht die Eigenständigkeit der Frauen und ihrer Familien sicherstellen kann. Wir haben uns daher entschieden, pro Familie ein Schwein zu erwerben. Schweine sind in Ruanda ein geeignetes Mittel, um regelmäßiges Einkommen zu schaffen und damit die Familiensituation der Familien zu stabilisieren. Schweine werfen zweimal pro Jahr je ca. 7 Ferkel, die dann aufgezogen und verkauft werden können. Schweine sind in Ruanda sehr einfach zu halten, sie sind wenig anfällig für Krankheiten und robust. Zumal produzieren die Schweine Dünger, der sinnvoll verwendet werden kann, um den Anbau von Obst und Gemüse zu unterstützen, was wiederum der Verbesserung der Ernährungssituation in der Familie dient. Überschüsse können darüber hinaus auf dem Markt verkauft werden. Ein weiterer Schwerpunkt bei der Entscheidung über die Verwendung der zur Verfügung gestellten Spende waren die Kinder, in diesem Fall haben wir uns auf die Verbesserung der Schulbildung konzentriert. Aus diesem Grund haben wir für die Kinder der 40 Frauen Schuluniformen, Schulgebühren und Schulmaterialien gekauft.

Ziele und Perspektiven

Die Verwendung des gespendeten Geldes für Schweine trägt zur mittel- und langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen der geförderten Frauen und ihrer Kinder bei, da hierdurch Einkommen geschaffen werden kann (durch Verkauf der Ferkel sowie durch den produzierten Dünger, mit dem der Anbau von Obst und Gemüseermöglicht wird). Hierdurch wird die Lebenssituation der Familien stabilisiert, und sie werden weniger anfällig gegen „Lebensschocks“ wie Krankheiten, Todesfälle usw. Damit hat der Lions-Club Varel in starkem Maße zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Dorf beigetragen.

Es ist geplant, die Frauen mit weiteren Maßnahmen zu unterstützen, die durch weitere Spenden finanziert werden sollen. Es wird versucht, weitere Spender hierfür anzuwerben. Einige der geplanten wichtigen Maßnahmen betreffen die Verbesserung der hygienischen Bedingungen durch z.B. den Bau von Toiletten, was automatisch das Infektionsrisiko reduzieren wird.

 Wir bedanken uns herzlich – vor allem im Namen der unterstützten Frauen und ihren Kindern – beim Lions-Club Varel für diese großzügige Spende. Beim Lions-Club Kigali bedanken wir uns für die Unterstützung bei der Durchleitung der Spende.

 März 2015

Britta Konitzer und Denis Simpunga
Program Director Microfinance
Savings Banks Foundation for International Cooperation (SBFIC)